Sri Lanka

Für viele meiner Bekannten scheint einer Urlaubsreise mit Familie & Kindern einen unheimlichen Aufwand darzustellen.
So kam es, dass ich einer Freundin mitsamt Mann & zwei Kindern im Alter von 9 & 13 Jahren, den Vorschlag machte uns bei einer Fernreise zu begleiten.
Da ich meine Freundin schon immer sehr mit meinen Erzählungen aus der Ferne begeistern konnte, brauchte auch nicht lange Überzeugungsarbeit geleistet zu werden, um ihr das berühmte „GO“ zur Buchung einer Fernreise zu entlocken.
Endlich war es soweit & wir machten uns dieses Jahr in den bayrischen Osterferien vom Flughafen München aus, mit Etihad Airways, über Nacht auf den Weg nach Sri Lanka.
Die Aufregung war groß, die Vorfreude noch größer – was würde uns erwarten & was würden wir alles gemeinsam erleben ?!?
Nach einem 10 stündigen Flug mit Zwischenstopp in Abu Dhabi machten wir uns auf dem Weg zur ersten Unterkunft für eine Nacht nach Negombo.
Da wir vom Flug alle ziemlich kaputt waren, einigten wir uns darauf, einen ruhigen Tag am Strand zu verbringen.
Das hieß für die Kinder in Badewannen warmen Wasser, unter strahlend blauen Himmel, zu schwimmen & für die Eltern am Strand im Schatten zu entspannen.
Am darauffolgenden Vormittag, machten wir uns mit dem Tuk Tuk zum Bahnhof auf, um unsere Weiterreise nach Kandy anzutreten.
Nach einer ca. einstündigen „S – Bahnfahrt“ erreichten wir den Hauptbahnhof in Colombo, wo wir uns für den nächstbesten Zug mit freien Plätzen, Tickets besorgten.
Über das wunderschöne Hinterland fuhren wir alle im Abteil der 2. Klasse nach Kandy.
Dort angekommen, wurden wir erstmal von einem kleinen & kurzen Regenschauer begrüßt.
Der guten Stimmung & dem anschließenden Abendspaziergang zum Essen in die Stadt, tat dies jedoch keinen Abbruch.
Trotz Kulturschock für die Kinder & der langen Anfahrt waren wir alle voller Tatendrang & Vorfreude auf die nächsten Tage.
Da wir uns am Ankunftstag am Bahnhof in Kandy einen Fahrer organisiert hatten, kam uns dieser auch am nächsten Morgen in der Unterkunft abholen, um uns in den darauffolgenden drei Tagen zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung zu fahren.
Auf dem Plan standen folgende Attraktionen:
Elefanten Waisenhaus in Pinawella, Zahntempel in Kandy, Felsen von Sigiriya (Eintritt 30,- USD), Teeplantagen & Teefabrik Besuch, diverse Tempel in der Nähe von Dambulla, Ayuvedische Kräuterfarm.
Zum Besuch des Elefanten-Waisenhauses in Pinawella möchte ich sagen, dass ich diesen zwar mit meiner Stieftochter Emma besucht habe, uns jedoch nach dem ersten Blick auf in Ketten gelegte junge Elefanten sämtliche Motivation zum Durchgehen vergangen ist.
Als wir auf Grund dessen unser Geld zurück wollten wurden wir von der Managerin des Waisenhauses als Lügner & Betrüger betitelt.
Eine leider sehr unschöne Erfahrung für Emma & mich. (Deswegen stelle ich an dieser Stelle auch keine Bilder).
Auf den Felsen von Sigiriya sind Emma mein Freund Henning & ich nicht hinauf gewandert, da dieser unserer Meinung nach nur eine Touristen Abzocke war – Einheimische hatten uns erzählt, dass bis vor ca. 1 -2 Jahren der Aufstieg zum Tempel 5,- USD gekostet hat & die Regierung den jetzt trotz UNESCO Kulturerbe als neue Einnahmequelle entdeckt hat (30,- USD).
Unsere Freunde welche mitsamt den beiden Kids aufgestiegen sind, fanden den Aufstieg mit den vielen Treppen zum Schluss etwas beschwerlich, jedoch nicht allzu anstrengend.
Vor allem die anwesenden freilaufenden Affen am Tempel hatten es dem kleinen Paul angetan. Dies war also alles in allem für die eine Familie ein toller Ausflug.
Wir hatten die Zeit ebenso sinnvoll genutzt & haben uns im angrenzenden Dorf umgesehen & Mittag gemacht.
Trotz der für europäische Verhältnisse geringen Entfernungen, gestaltete sich das Vorankommen aufgrund der vollen bzw. schlechten Straßen, zum Teil mühsam & langwierig.
Da es dabei aber einiges zu sehen gab störte sich niemand so wirklich daran.
Nach vier Nächten in Kandy und drei Tagen Kulturprogramm freuten wir uns auf einige Tage Erholung an der Küste.
Dazu fuhren wir mit dem ersten Zug am Morgen über Colombo nach Hikkaduwa.
Am Anfang war es in der dritten Klasse so leer, dass wir mangels zusammenhängender Plätze in der zweiten Klasse, beschlossen hatten in dieser Platz zu nehmen.
Einige Stationen später war der Zug wiederum so voll, dass sich keiner mehr bewegen konnte & die Leute sich bereits an den offenen Türen des Zuges festhielten, nur um zu ihrer Station zu kommen.
Die Fahrt wird uns mit Sicherheit als Erlebnis in Erinnerung bleiben.
Die Kinder waren mit ihrer hellen Haut & den für Sri Lankische Verhältnisse hellen Haaren die Attraktion schlechthin & wurden von den Einheimischen trotz schlechtem Englisch in kleinere Gespräche verwickelt.
Nebenbei hörten sie Musik, unterhielten sich oder spielten Spiele am Nintendo so dass es ihnen nie langweilig wurde.
6 Stunden später erreichten wir – leicht mitgenommen – das Endziel Hikkaduwa.
Unser Bed & Breakfast (für unschlagbare 7,- € pro Nacht mit Frühstück) wurde angefahren & wir richteten uns für die darauffolgenden 7 Nächte häuslich ein.
Die Unterkunft war einfach aber sauber & die Gastwirte freundlich & hilfsbereit. Kein Wunder hatten wir in der kleinen Pension 3 von 4 Zimmern belegt!
Die nächsten Tage vergingen wie im Flug.
Wir waren am Strand, haben Schildkröten gesehen, gefüttert & gestreichelt, dazu noch Baby Schildkröten beim ersten Gang ins Meer beobachtet, wunderschöne Sonnenuntergänge genossen & das ein oder andere Bier in einer fröhlichen Runde getrunken.
Mit den Einheimischen & dem Bus fuhren wir nach Mirissa. Ein fast menschenleerer Strand & viel Spass beim Wellen durchtauchen & springen erwatete uns.
Leckere gegrillte Fischgerichte am Abend & einige abenteuerliche Busfahrten nach Hause folgten, in denen wir die Attraktion bildeten.
Aber egal auf welcher unserer Fahrten, wir waren weit & breit die einzigen Touristen & damit die bestehende Kuriosität.
Viel zu schnell vergingen unsere 2 Wochen & wir mussten leider wieder die Heimreise antreten.
Allerdings mit einem ganzen Haufen toller Bilder, Erinnerungen, kostenlosen Surf Stunden für die Kinder & Erlebnissen im Gepäck.
Fazit:
Ich persönlich fand den Urlaub schön, würde jedoch da ich so viele andere sehr schöne Orte & Tempel gesehen habe, von einer Reise nach Kandy mitsamt Umgebung verzichten.
Das liegt jedoch im Auge des Betrachters & kann für unerfahrene Reisende trotz allem ein tolles Erlebnis & eine wunderschöne Erfahrung sein!!!!
Als Highlight unserer Reise empfand ich die spannenden Zug & Busfahrten, die Schildkröten & die Sonnenuntergänge in Hikkaduwa, den wunderschönen Strand sowie die leckeren Fischgerichte am Strand in Mirissa.
Hier noch einige nützliche Infos:
Visa – Beantragung erfolgte vorab über die offizielle Seite (www.eta.gov.lk)  der Sri Lankischen Botschaft.
Für Impfungen immer an den Arzt des Vertrauens wenden.
Reiseführer – die üblichen Verdächtigen (Stefan Loose, Lonely Planet, Marco Polo etc – was einen persönlich am besten anspricht).
Unterkünfte wurden hauptsächlich über http://www.booking.com gebucht & der Flug mit http://www.flug.idealo.de rausgesucht.
Eine Unterkunft möchte ich in diesem Fall nicht direkt empfehlen, da wir mit unseren sehr günstigen aber sauberen Guesthouses zufrieden waren.
Die Gesamtkosten für Flug & Unterkunft beliefen sich hierbei auf insgesamt ca 750,- € pro Person, plus den jeweiligen individuellen Ausgaben.
Die Bus & Zugfahrten kosten zwischen 1,50 – 4 € (pro Person) & der Minivan in Kandy hatte für 1 Tag ca. 70,- € gekostet.
Das Essen wurde von allen ohne weiteres vertragen & die Kinder konnten überall sowohl Pommes als auch Spaghetti bestellen wenn sie keine Lust auf Curry hatten. Die Kosten hierbei liegen zwischen 2,5 -8 € je nach Vorlieben des einzelnen. Klar das ein Curry weniger kostet als ein Schnitzel 😉
Viel Spaß & traut euch auch mal mit der Familie in die Ferne zu schweifen!

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